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Was ist das Coachipedia?

21. Juli 2015
21 Jul 2015

In unserer Rubrik Coachipedia veröffentlichen wir regelmäßig Beiträge zu den Themen Coaching, Mediation, Beratung und Training. Auch verlinken wir hier auf interessante Artikel in einschlägigen Publikationen. Die Beiträge werden von den Instituts-Coaches Dr. Anke Blomberg, Ursula Hakim und Dajana Langhof verfasst und stehen mit unseren Angeboten und Arbeitsschwerpunkten in Verbindung.

 

 

Development Center für Gründer – eine Veröffentlichung von Dajana Langhof

16. Dezember 2014
16 Dez 2014

Der folgende Beitrag von Dajana Langhof erschien in: Methoden und Qualität in Gründungslehre, Gründungscoaching und Gründungsberatung (Hrsg. Klaus-Dieter Müller und Christoph Dienstberg). Das Gesamtwerk: „Design für ein Development Center für Gründer – Eignungsdiagnostische Verfahren zur Beurteilung individueller Gründerpotenziale“ erschien im Januar 2015 beim GRIN Verlag.

Einleitung

Die Entwicklung eines Trainingskonzepts für Gründer, das die Beurteilung individueller Gründerpotenziale ermöglicht, war das Ziel, das ich 2009 im Rahmen meiner Diplomarbeit am Lehrstuhl für Innovationsmanagement und Entrepreneurship der Universität Potsdam verfolgt habe. Hintergrund ist die in der Bundesrepublik Deutschland durch Fördermittel finanzierte Gründungsunterstützung für Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Das von mir entwickelte Konzept – Development Center für Gründer – ist seit 2010 ein Element des BIEM Startup Navigators. Bereits seit 2009 wende ich es bei den regionalen Lotsendiensten im Land Brandenburg an. Immer mehr Menschen sehen in der Selbstständigkeit die größte Chance zur Selbstverwirklichung oder den einzigen Weg, ihrer Arbeitslosigkeit zu entkommen. Doch „[w]ie ist es zu schaffen, gewöhnliche Menschen – weil wir letztlich nie genug Talente haben werden – zu befähigen, außergewöhnliche Leistungen zu erbringen?“ (Malik 2006). Traditionelle Anforderungsprofile für Gründer verlangen von Selbstständigen, Alleskönner zu sein. In unserer heutigen arbeitsteiligen Welt hingegen heißt Selbstständigkeit nicht mehr, ständig alles selbst zu tun.

In diesem Beitrag möchte ich insbesondere auf die gesellschaftliche Relevanz von Gründungen eingehen, darauf, dass Unternehmertum erlernbar ist und auf die Frage, warum eine systemische Perspektive bei dieser Thematik angewendet werden soll. Auf diese Basis wurde die Entwicklung eines Konzepts für ein Development Center als Weiterentwicklung des Assessment Centers gestützt.

Entwicklung statt Auswahl

Die gesellschaftliche Relevanz von Gründungen, die Relevanz einer systemischen Perspektive sowie die Möglichkeit, Unternehmertum zu erlernen, führen zur Ausgestaltung eines Development Centers.

Gesellschaftliche Relevanz von Gründungen

Eine starre Organisation der Arbeit behindert die Entwicklung der Persönlichkeit, weshalb Arbeit und Selbsterfüllung zunehmend als Gegensatz aufgefasst werden. In Zukunft wird von den Menschen ein spannungsreiches Persönlichkeitsprofil gefordert. Der Wandel in der Arbeitswelt und der Lebensführung bringt Erwerbstätige als Arbeitsgestalter hervor: Die Persönlichkeit wird zur beruflichen Ressource und umgekehrt findet eine Professionalisierung der Persönlichkeit statt. Individuelle Ziele, Bedürfnisse und Motivation rücken in den Vordergrund. Der Drang nach Erfahrung, Entfaltung und Gestaltung führt zum ökonomisch erfolgreichen kreativen Gründer. Dieser erlebt Arbeit als lustvoll, weil sie für ihn Hobby und Freizeit zugleich ist. Gründer sind lieber „kleine Herren als große Knechte“.

Zur Relevanz einer systemischen Perspektive

„Ziel ist es nicht, Ursachen für Probleme zu finden, sondern Ziele und Lösungen in der Zukunft zu erreichen“ (Radatz 2006). Im Alltag begegnet jeder Mensch durch Zugehörigkeit oder Ausgeschlossenheit unterschiedlichen Systemen, z. B. Familiensystemen, Vereinssystemen, Clubsystemen, Unternehmens- oder Abteilungssystemen. Menschen entwickeln sich im System. Sie sind nicht immer die gleichen und verwirklichen sich auch nicht immer in ein und dieselbe Richtung. Der Wechsel in ein neues System in Verbindung mit einem Rollen-, Funktions- oder Aufgabenwechsel erklärt Verhaltensänderungen. Personen verhalten sich zur gleichen Zeit in unterschiedlichen Systemen differenziert. Im Beruf, aber auch im Privatleben, setzt erfolgreiches Handeln voraus, sich verschiedener, teilweise widersprüchlicher Rollenerwartungen bewusst zu sein, diese flexibel anzunehmen oder sich bewusst davon abzugrenzen, um die eigene Person und Zielsetzung nicht zu vergessen.

Unternehmertum lernen

In jedem Menschen ist Lebensenergie verborgen, Energie als ein Maß von Aktivität und Veränderung. Schumpeter definiert unternehmerische Energie als Lebensenergie, die entwickelbar ist. Durch die Kultivierung dieser Energie, die als Potenzial in jedem steckt, kann sich der Mensch selbst als Unternehmer erzeugen.

In meiner Arbeit bin ich der Grundannahme Röpkes gefolgt, der behauptet, dass jeder Mensch „eine positive Veränderungsfähigkeit“, also eine „potenzielle Fähigkeit zur Selbstevolution“ als Ressource in sich trägt. Ferner ist die Entfaltung der eigenen Potenziale bewusstseinsgesteuert, und dieses Bewusstsein lässt sich nur selbst entwickeln.

Unternehmerisches Handeln beinhaltet mehr als das Vorhandensein von Fachwissen sowie spezifischen Methoden und Techniken. Unternehmertum und Selbstständigkeit sind vor allem eine Sache der Einstellung und des Verhaltens. Nicht nur von der bisherigen, sondern auch von der zukünftigen Persönlichkeitsentwicklung eines Gründers hängt ab, ob sich unternehmerische Denk- und Handlungsweisen noch aufbauen lassen.

Development Center

Die Erkenntnisse der Auseinandersetzung mit der Systemtheorie, insbesondere mit dem Verhalten von „Menschen in sozialen Systemen“, unter­stützen meine Meinung, dass die Beurteilung von Gründerpotenzialen in Form eines Development Centers erfolgen soll. Bisher werden dazu klassische Assessment Center verwendet, die der Einschätzung aktueller Kompetenzen oder der Prognose künftiger beruflicher Entwicklungen dienen.

Eine innovative Weiterentwicklung des Assessment Centers, in der nicht die Beurteilung, sondern vielmehr die Entwicklung der Person im Fokus steht, ist das Development Center, in dem die Teilnehmer typische AC-Übungen absolvieren, um ein intensives Feedback zu erhalten. Das Development Center kann daher als intensive Trainingsmaßnahme mit AC-Elementen betrachtet werden. Deutliche Abgrenzungsmerkmale zum AC sind teilnehmende statt neutral-distanzierte Beobachter, die Konzentration auf entwickelbare Dimensionen (z. B. Kommunikation statt Grundintelligenz) sowie ein inszeniertes Lernen und Feedback innerhalb des Verfahrens. Der Mehrnutzen für die Teilnehmer ist das Lernen wichtiger Anforderungen,  das Wissen über ihre Fremdwirkung, das Aufzeigen erster Veränderungen während der Veran­staltung, die Lernzielsetzung und -verfolgung im Anschluss an das DC sowie erkennbare Verhaltensänderungen im Alltag.

Development-Center-Coaching-in-Berlin

Abbildung 1

Das in Abbildung 1 visualisierte Johari-Fenster verdeutlicht, wie sich durch Feedback das eigene
Selbstbild mit der Wahrnehmung anderer vergleichen lässt. Bewusste und unbewusste Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale zwischen einer Person und einer anderen Person bzw. einer Gruppe werden durch Feedback-Übungen aufgezeigt. „Feedback ist eine Rückmeldung an eine Person über deren Verhalten und wie dieses von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt wird. Solche Rückmeldungen finden im Kontakt mit anderen ständig statt, bewusst oder unbewusst, spontan oder erbeten, in Worten oder körpersprachlich.“ (Achouri 2009, 6f.)

Öffentlich sind die Anteile der Persönlichkeit, die einem selbst und auch anderen bekannt sind, weil sie nach außen getragen werden. Beziehungen hingegen werden ganz wesentlich von nicht-öffentlichen Bereichen bestimmt. Was der Betroffene von sich weiß oder kennt, aber anderen gegen­über nicht zugänglich macht oder aktiv vor ihnen verbirgt, ist geheim. Alles, was weder dem Betroffenen noch Dritten bekannt ist, ist unbekannt. Das Johari-Fenster illustriert insbesondere den so genannten „Blinden Fleck“ im Selbstbild eines Menschen, also alles, wovon der Betroffene selbst keine Ahnung hat, worum Dritte jedoch sehr wohl wissen. Das Ziel beim Lernen in der Gruppe ist, den Bereich der öffentlichen Person größer und alle anderen Bereiche kleiner werden zu lassen, indem der gemeinsame Handlungsspielraum transparenter und weiter gestaltet wird.

Schlussfolgerungen

In meinem Konzept „Development Center für Gründer“ finden systemisches Denken und Handeln sowie wichtige Erfolgsfaktoren für Gründungen Berücksichtigung. Durch die Teilnahme an einem Development Center erhalten Gründungsinteressierte die Möglichkeit, ihr Ideenkonzept und ihre Person zu reflektieren und weiter zu entwickeln. Konkret geht es um die gezielte Herausarbeitung des eigenen Angebots, der Zielgruppe, des Kundennutzens und eines Alleinstellungsmerkmals. Darüber hinaus ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit, insbesondere das Bewusstmachen der eigenen Stärken sowie deren gezielter Einsatz im Kontext der geplanten Selbstständigkeit, unabdingbar. Nicht zu vernachlässigen ist der Ausblick auf die Wirtschaftlichkeit der Geschäftsidee – eine erste Rentabilitätsvorschau. Schließlich soll mit einer Selbstständigkeit auch immer die Deckung der privaten Lebenshaltungskosten ermöglicht werden.

Somit ist ein Development Center (z. B. viertägig) eine wichtige Voraussetzung für das Schreiben eines Businessplans und kann sogar (z. B. 10-tägig) für die gesamte Businessplanentwicklung eingesetzt werden.

Dajana Langhof verantwortet im Coaching Institut Berlin das Geschäftsfeld der strategischen Unternehmensentwicklung. Sie begleitete seit 2006 bereits mehr als 250 Unternehmer vor, während und nach der Gründung. Das im Rahmen ihrer Diplomarbeit: „Eignungsdiagnostische Verfahren aus systemischen Perspektive zur Beurteilung individueller Gründerpotenziale – Design für ein Development Center“ entwickelte Konzept wurde zunächst an den Brandenburger Hochschulen zum Einsatz gebracht und wird ab 2015 zur Pflicht bei allen mit der Gründungsfördeurng beauftragten regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften und Lotsendiensten im Land Brandenburg.

Gründerwoche Deutschland in Berlin: In 7 Schritten zum eigenen Businessplan

14. November 2014
14 Nov 2014

Du möchtest erfolgreich selbstständig sein?Dajana-Langhof-Gründerwoche
Du planst Dein Business und stehst gefühlt
vor einem Achttausender?
Du weißt nicht wie Du anfangen und vor(wärts)gehen sollst?

Diese Veranstaltung richtet sich an Menschen, die beim Aufbau oder der Weiterentwicklung der eigenen Unternehmung strategisch vorgehen möchten. Dajana Langhof ist Unternehmensberaterin, Business Coach und Persönlichkeitstrainerin und bietet im Rahmen der Gründerwoche Deutschland in Berlin einen Überblick über die Erstellung eines Businessplans. Sie verwendet für die gemeinsame Erarbeitung von Businessplänen mit ihren Kunden die Struktur vom Businessplan Wettbewerb Berlin-Brandenburg.

Das Schreiben eines Businessplans erfordert Entscheidungen zu treffen und hilft fokussiert durchzustarten. Die Teilnehmer erhalten den erforderlichen Input zu den einzelnen Businessplan-Bausteinen und haben die Möglichkeit, Antworten auf offene Fragen zu erhalten.

Wird der Businessplan nach der vorgegebenen Struktur erstellt, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, am aktuell laufenden Businessplan Wettbwerb Berlin-Brandenburg teilzunehmen.

Wann? 21.11.2014, 13:00 – 15:00 Uhr
Wo? L19 Bürogemeinschaft, Lychener Str. 19, 10437 Berlin

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, ich bitte Sie dennoch um verbindliche Anmeldung bis zum 20.11.2014 unter Tel. 030.92218079 oder per Email: dl[a]coachinginstitutberlin.de.

Ich freue mich auf Ihre Teilnahme.

Herzlichst, Dajana Langhof

Über die Gründerwoche
In der ganzen Stadt und deutschlandweit bieten zahlreiche Partner der Gründerwoche vom 17.-23. November 2014 Workshops, Seminare, Planspiele, Wettbewerbe und viele weitere Veranstaltungen rund um das Thema berufliche Selbständigkeit anbieten. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie setzen sie damit Impulse für eine neue Gründungskultur und ein freundlicheres Gründungsklima in Deutschland.Die Gründerwoche Deutschland findet jedes Jahr in enger Kooperation mit der Global Entrepreneurship Week (GEW) statt. Die GEW ist eine weltweite Aktionswoche, die allein im Jahr 2013 circa 7,5 Millionen junge Menschen in über 140 Ländern für innovative Ideen, Gründungen und Unternehmertum begeistert hat. Global Entrepreneurship Week (GEW)

Ziele der Gründerwoche Deutschland
Im Rahmen von zahlreichen Veranstaltungen will die Gründerwoche …
– (junge) Menschen für unternehmerisches Denken und Handeln begeistern
– unternehmerische Kompetenzen fördern und Kreativität wecken,
– den Austausch von Ideen, Erfahrungen und Meinungen zum Thema Gründung und Selbständigkeit ermöglichen,
– Initiativen zur Förderung von Gründungsideen vorstellen.

Partner und Förderer der Gründerwoche Deutschland
Zu den Partnern der Gründerwoche gehören Hochschulen, Schulen, Kammern, Gründungsinitiativen, Wirtschaftsförderungen, Unternehmen u.a. Aufgabe der Partner ist es, nicht-kommerzielle kostenfreie Veranstaltungen während der Gründerwoche durchzuführen.

Förderer der Gründerwoche sind Verbände, Netzwerke, Bundesländer und Regionen. Ihre Aufgabe ist es, Partner zu gewinnen, die vor Ort Veranstaltungen durchführen. Dajana Langhof vom Coaching Institut Berlin macht mit.

Cultural Diversity Management in deutsch-chinesischen Teams

31. Juli 2014
31 Jul 2014

 

Kulturelle Eigenheiten zeigen sich insbesondere in der Kommunikation – und ihr Management setzt hier ein.

Ein Meeting hat begonnen. Die Teilnehmer: vier Deutsche, drei Chinesen. Es gibt ein klar definiertes Projektziel. Wo sind die ersten Arbeitsergebnisse? Die Rückläufe sind schleppend. Die Ansage des Projektleiters ist deutlich. Die deutschen Mitarbeiter reagieren prompt: direkt, geradeheraus, klare Worte. Die chinesischen Kollegen: zögern. 

Beim Umgang mit kulturellen Varianzen herrscht oft „Learning by doing“ vor – wir haben ein gemeinsames Ziel, wir kommen schon zusammen. Doch was dabei aufeinander trifft, sind deutliche Unterschiede in der Teamkommunikation. Geprägt sind solche deutsch-chinesischen Teams aber auch von divergierenden Arbeitsstilen in puncto Planung, Organisation und Zeitmanagement.

Was macht den chinesischen Kommunikationsstil aus? Hinter der Aufgeschlossenheit und Weltgewandtheit chinesischer Mitarbeiter, Kollegen oder Geschäftspartner verbirgt sich die tief verwurzelte konfuzianische Tradition, die sich auf das Interaktionsverhalten auswirkt. Während in der westlichen Rhetorik die Argumentationsführung meist geradlinig und auf ein genaues Ziel ausgerichtet ist, finden in China Argumentationen über Umwege statt. Unterschiedliche Aspekte oder Problemlösungsansätze werden in vielen Runden gleichzeitig beleuchtet. Es gilt, zunächst nur zuzuhören, die Information aufzunehmen und das Gesagte auf sich wirken lassen. Vorschnelle Äußerungen können zu einem Gesichtsverlust führen. Ein äußerst wichtiges Prinzip eines jeden chinesischen Gesprächs ist, das eigene Gesicht und das des anderen zu wahren.

Zeigen sich im interkulturellen Teamaustausch unterschiedliche Kommunikationsstile und Problemlösungsansätze, kann dies zu Fehldeutungen und Missverständnissen führen. Signifikante, dem Projekt dienliche Informationen können unter den Tisch fallen. Internationale Zusammenarbeit gilt als wertvolle Ressource. Sie erfordert Wertschätzung und Verständnis von beiden Seiten. Cultural Diversity Management schult Führungskräfte in der interkulturellen Kommunikation und begleitet Prozesse systematisch. Als ein Eckpfeiler des Diversity Management ist CDM ein wichtiges Instrument, um Projekterfolge und letztlich Unternehmenserfolge zu garantieren.

 

Dieser Text von Ursula Hakim erschien am 28.07.2014 als Artikel im Businessreporter, der Sonderbeilage im HandelsblattSee more at: http://bizreporter.de/2014/07/cultural-diversity-management-in-deutsch-chinesischen-teams#sthash.vmtHe1fS.dpuf.