www.coachinginstitutberlin.de

Was ist das Coachipedia?

21. Juli 2015
21 Jul 2015

In unserer Rubrik Coachipedia veröffentlichen wir regelmäßig Beiträge zu den Themen Coaching, Mediation, Beratung und Training. Auch verlinken wir hier auf interessante Artikel in einschlägigen Publikationen. Die Beiträge werden von den Instituts-Coaches Dr. Anke Blomberg, Ursula Hakim und Dajana Langhof verfasst und stehen mit unseren Angeboten und Arbeitsschwerpunkten in Verbindung.

 

 

Hilfe, jetzt bin ich dran! Lampenfieber und Sprechhemmung

27. November 2014
27 Nov 2014

Der Präsentationstermin rückt näher, der Vortrag ist noch nicht ausgearbeitet, die Folien noch nicht komplett erstellt. Die Zeit verfliegt und je näher das Datum rückt, desto größer die Anspannung.

Vorträge vor einem großen Publikum können das Blut in Wallung bringen. Dabei muss es nicht immer der große Bühnenauftritt sein, auch kleine Redebeiträge haben es in sich. Wer kennt das nicht: ein rasender Herzschlag, feuchte Hände und allgemeines Unwohlsein vor der Präsentation. Die Befürchtung, Rötungen im Gesicht und die bebende Stimme könnten uns verraten.

Hinter dem Lampenfieber steckt häufig die Angst, Wichtiges zu vergessen, nicht perfekt zu sein oder die Zuhörer zu langweilen.

Sprechangst kennen die meisten von uns und Sprechangst ist ein uraltes Phänomen. Vor über 3000 Jahren wollte sich Moses dem Auftrag Gottes entziehen. „…Aber bitte, Herr, ich bin keiner, der gut reden kann, weder vorgestern noch gestern…Schick doch einen anderen“(Ex. 4,10).

Warum haben wir überhaupt Lampenfieber?

Lampenfieber resultiert aus einem psycho-biologischen Programm: In lebensbedrohlichen Situationen werden im Körper verstärkt Stresshormone ausgeschüttet; wir kommen so in einen Kampf-oder-Flucht-Zustand, der uns das Überleben sichern soll. Selbst routinierte Schauspieler und Musiker bestätigen immer wieder, auch vor dem hundertsten Auftritt eine Zitterpartie durch leiden zu müssen. Reinhard Mey hat diesem qualvollen Zustand in einem seiner Songs Ausdruck verliehen: „Chaos, Panik, Fluchtgedanken, Vorhang auf, Entsetzen, ich steh‘ da, wie angeklebt…“. (Reinhard Mey, „Unterwegs“).

Was kann ich gegen Lampenfieber tun?

Die Flucht ist nicht zielführend. Wichtig ist, Redesituationen trotz Lampenfieber nicht zu vermeiden. Um die Sicherheit zu verstärken, bedarf es einer gründlichen Vorbereitung. Der kanadische Gitarrist und Musiklehrer Michael Murray empfiehlt, „den Auftritt zu einem Ereignis zu machen, das keine Furcht einflößt“. Das geschehe am besten über viele erfolgreiche Auftritte, so Murray. „Und die schafft man, indem man kein unnötiges Risiko eingeht, sondern wirklich nur hineinpackt, was man sicher beherrscht. Besser also, das Sichere zu präsentieren als im Unsicheren brillieren zu wollen.“ (Die Welt). Und um den Auftritt wirklich zu einem Ereignis zu machen, empfiehlt es sich, den Vortrag vorher zu visualisieren und die Dramaturgie einzustudieren. Eine klare Konzeption und Gliederung eines Vortrages, der Einsatz unserer Stimme, aber auch Mimik, Gestik und Körperhaltung sind entscheidend dafür, wie wir wahrgenommen werden. Rhetorische Techniken sind erlernbar und können systematisch trainiert werden.

Die Präsentation wird ihre Wirkung dann entfalten, wenn wir nicht krampfhaft auf uns selbst achten müssen, sondern uns voll auf die Zuhörer respektive die Zuschauer konzentrieren können. Ein gelungener Beitrag belohnt uns dann mit Beifall oder Zustimmung und nicht zuletzt mit einem richtig guten Gefühl.

http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article10616885/Was-am-besten-gegen-Lampenfieber-hilft.html